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Alkoven, Teilintegriert, Vollintegriert: Welcher Wohnmobiltyp passt?

Welcher Wohnmobiltyp passt, hängt vor allem davon ab, mit wie vielen Personen Sie reisen, wie groß das Fahrzeug im Alltag sein darf und welcher Führerschein vorhanden ist. Kastenwagen und Campingbusse sind kompakt und alltagstauglich, Teilintegrierte bieten mehr Wohnraum bei moderater Größe, Vollintegrierte das großzügigste Raumgefühl mit Bett über dem Fahrerbereich, und Alkovenfahrzeuge haben ein festes zusätzliches Bett über dem Fahrerhaus, was sie für Familien interessant macht. Prüfen Sie bei jedem Typ die zulässige Gesamtmasse: Bis 3.500 kg genügt die Klasse B.

Fachliche Prüfung ausstehend

Dieser Beitrag ist ein Entwurf der Redaktion. Er erscheint öffentlich erst nach der Prüfung durch eine Fachautorin oder einen Fachautor.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Bauart beschreibt, wie der Wohnaufbau mit dem Basisfahrzeug verbunden ist: im Blech des Transporters (Kastenwagen), hinter dem Serienfahrerhaus (Teilintegriert, Alkoven) oder mit eigener Front (Vollintegriert).
  • Rechtlich muss ein Wohnmobil mindestens Tisch und Sitzgelegenheiten, Schlafgelegenheiten, eine Kochgelegenheit und Stauraum haben, fest eingebaut bis auf den Tisch (StVZO Anlage XXIX Nr. 5.1).
  • Über Führerschein und HU-Fristen entscheidet nicht die Bauart, sondern die zulässige Gesamtmasse laut Papieren.
  • Gewicht und Preis hängen stärker von Modell, Länge, Ausstattung und Alter ab als von der Bauart; vergleichen Sie deshalb immer innerhalb derselben Klasse.
  • Eine Probemiete zeigt schneller als jeder Prospekt, welcher Grundriss im Alltag funktioniert.

Was ein Wohnmobil ausmacht

Nach der Definition der EG-Fahrzeugklassen (StVZO Anlage XXIX Nr. 5.1) ist ein Wohnmobil ein Fahrzeug der Klasse M mit besonderer Zweckbestimmung, das die Unterbringung von Personen erlaubt. Es muss mindestens Tisch und Sitzgelegenheiten, Schlafgelegenheiten (die unter Umständen tagsüber als Sitze dienen), eine Kochgelegenheit und Stauraum für Gepäck haben. Diese Ausstattung ist im Wohnbereich fest anzubringen; nur der Tisch darf leicht entfernbar sein. Das gilt für alle Bauarten, vom Campingbus bis zum großen Integrierten.

Die Auswahl ist groß: Laut Kraftfahrt-Bundesamt waren zum 01.01.2026 rund 1,05 Mio. Wohnmobile in Deutschland zugelassen, 6,7 % mehr als ein Jahr zuvor. Allein 2025 wechselten laut Caravaning-Industrie-Verband CIVD 111.034 gebrauchte Reisemobile den Besitzer. Eine Aufteilung nach Bauarten enthalten die uns vorliegenden Zahlen nicht.

Die Bauarten im Überblick

Kastenwagen: Der Wohnraum wird in die Blechkarosserie eines Transporters eingebaut; Fahrerhaus und Karosserie bleiben die des Serienfahrzeugs. Geschlafen wird meist in einem Heckbett quer oder längs, manche Modelle haben ein Aufstelldach für zusätzliche Schläfer. Einzelheiten zu Basisfahrzeugen und Schwachstellen stehen im Beitrag Kastenwagen gebraucht kaufen.

Campingbus: Die kleinste Klasse sind ausgebaute Kleinbusse, oft mit Aufstelldach. Ob ein solches Fahrzeug als Wohnmobil gilt, hängt davon ab, ob die oben genannte Ausstattung fest eingebaut ist.

Teilintegriert: Hinter dem serienmäßigen Fahrerhaus des Basisfahrzeugs sitzt ein eigener Wohnaufbau. Eine Dachhaube über dem Fahrerhaus schließt den Übergang, die drehbaren Fahrerhaussitze werden Teil der Sitzgruppe. Viele Grundrisse bieten zusätzlich ein Hubbett über der Sitzgruppe.

Vollintegriert: Das Fahrerhaus ist vollständig in den Aufbau integriert, das Fahrzeug hat eine eigene Front mit großer Windschutzscheibe. Über dem Fahrerbereich ist meist ein Hubbett untergebracht, der Innenraum wirkt von vorn bis hinten offen.

Alkoven: Der Wohnaufbau ragt über das Fahrerhaus des Basisfahrzeugs hinaus; in diesem Überbau (Alkoven) liegt ein festes Bett, das nicht umgebaut werden muss. Das Fahrzeug ist dadurch vorn höher.

Wohnkabine für Pick-ups: Eine Kabine wird auf die Ladefläche eines Pick-ups gesetzt. Das ist eine Nische; wichtig sind hier die Zuladung des Pick-ups und die sichere Befestigung.

Vergleich der Bauarten

BauartBett über dem FahrerbereichStärkenZu beachtenPasst oft zu
Kastenwagennein, teils Aufstelldachkompakt, alltagstauglich, wenige Fugen im Aufbauenger Innenraum, Bettmaße durch die Karosseriebreite begrenzt; Basisfahrzeug auf Rost prüfenPaare, Vielfahrer, Stadt- und Kurzreisen
Campingbusnein, oft Aufstelldachkleinste Bauform, auch als Alltagsautowenig Stauraum, kleine Küche, ein festes Bad fehlt oftEinzelne und Paare, Wochenendausflüge
Teilintegriertteils Hubbett über der Sitzgruppemehr Wohnraum, Serienfahrerhaus des BasisfahrzeugsAufbau mit Fugen und Kantenleisten, auf Dichtigkeit prüfenPaare mit Wunsch nach mehr Komfort
Vollintegriertmeist Hubbettoffener Innenraum, große Frontscheibeeigene Front und Scheibe des Aufbauherstellers; Ersatzteile vorab klärenPaare mit hohem Raumanspruch, Langzeitreisende
Alkovenja, festes Bett im Alkovenzusätzlicher fester Schlafplatz ohne Umbauhöherer Aufbau, Alkovenbereich auf Feuchtigkeit prüfenFamilien mit Kindern
Pick-up-Kabineje nach KabineKabine abnehmbar, Fahrzeug bleibt Pick-upZuladung des Pick-ups, BefestigungSpezialisten, Nischennutzung

Wie schwer und wie teuer ein Fahrzeug ist, hängt stärker von Modell, Länge, Ausstattung und Alter ab als von der Bauart allein. Belastbare Durchschnittswerte je Bauart liegen uns nicht vor. Vergleichen Sie Preise deshalb innerhalb derselben Bauart und mit ähnlichem Alter; wie das geht, erklärt der Beitrag Was ist mein Wohnmobil wert?.

Gewicht, Führerschein und Prüffristen

Die zulässige Gesamtmasse steht in der Zulassungsbescheinigung und ist für jede Bauart die wichtigste Zahl. Nach § 6 FeV dürfen Sie mit der Klasse B Kraftfahrzeuge bis 3.500 kg fahren; für schwerere Wohnmobile bis 7.500 kg brauchen Sie die Klasse C1. Geplant ist eine Erleichterung: Nach einem Verordnungsentwurf des Bundesverkehrsministeriums (Bundesrat-Drucksache 365/26 vom 10.06.2026) soll die Klasse B mit der Schlüsselzahl 96.02 künftig für Wohnmobile über 3.500 kg bis 4.250 kg gelten, auch mit Anhänger bis 5.000 kg Gesamtmasse der Kombination. Voraussetzung wäre eine Schulung von mindestens sieben Stunden in einer Fahrschule; anwendbar sein soll die Regel ab dem 26.11.2029. Es handelt sich um einen Entwurf; ob und in welcher Fassung er in Kraft tritt, war zum Stand dieses Beitrags nicht bekannt. Den aktuellen Stand verfolgt der Beitrag Führerschein für Wohnmobile.

Auch die Abstände der Hauptuntersuchung hängen am Gewicht (StVZO Anlage VIII):

Zulässige GesamtmasseHauptuntersuchung
bis 3.500 kgerste HU nach 36 Monaten, danach alle 24 Monate
über 3.500 bis 7.500 kgin den ersten 72 Monaten alle 24 Monate, danach alle 12 Monate
über 7.500 kgalle 12 Monate

Unabhängig von Bauart und Gewicht muss die Flüssiggasanlage nach § 60 StVZO alle 24 Monate geprüft werden. Rechnen Sie außerdem die Zuladung nach: Je mehr Ausstattung eingebaut ist, desto weniger bleibt nach Abzug der Leermasse für Personen, Gepäck und Wasser. Wie das geht, steht unter Zuladung beim Wohnmobil; die Prüffristen im Einzelnen erklärt der Beitrag Hauptuntersuchung beim Wohnmobil.

Welcher Typ passt zu wem?

Ihre SituationNaheliegende BauartWorauf Sie achten sollten
Zu zweit, viel unterwegs, Fahrzeug soll auch im Alltag passenKastenwagen oder CampingbusBettmaße, Stauraum, Höhe für Garagen und Parkhäuser
Zu zweit, längere Reisen, mehr WohnkomfortTeilintegriertDichtigkeit des Aufbaus, Zuladung
Viel Platz und Aussicht gewünscht, lange AufenthalteVollintegriertzulässige Gesamtmasse und Führerschein, Fahrzeuglänge für Stellplätze
Familie mit KindernAlkovenSitzplätze mit Gurt laut Papieren, nicht nur Schlafplätze zählen
Führerschein nur Klasse Bjede Bauart, sofern die zulässige Gesamtmasse 3.500 kg nicht übersteigtEintrag in der Zulassungsbescheinigung, Zuladung genau nachrechnen

Zählen Sie bei Familien die in den Papieren eingetragenen Sitzplätze: Nach § 21 Abs. 1 StVO dürfen nicht mehr Personen befördert werden, als Sitzplätze mit Sicherheitsgurten vorhanden sind; die Zahl der Schlafplätze kann höher sein. Kinder unter 12 Jahren, die kleiner als 150 cm sind, brauchen auf diesen Plätzen eine Kinderrückhalteeinrichtung (§ 21 Abs. 1a StVO). Wenn Sie unsicher sind, mieten Sie vor dem Kauf ein Fahrzeug der gewünschten Bauart für ein Wochenende. Angebote finden Sie unter Wohnmobil mieten; was eine Miete kostet, zeigt der Beitrag Wohnmobil mieten: Kosten, Kaution, Versicherung.

Worauf Sie beim Gebrauchtkauf je Bauart achten

Beim Kastenwagen steht das Basisfahrzeug im Vordergrund: Rost, Achsen, Bremsen und der Wartungsnachweis für Zahnriemen oder Getriebe. Bei Teilintegrierten, Vollintegrierten und Alkovenfahrzeugen kommt der Wohnaufbau mit seinen Fugen, Kantenleisten und Dachübergängen hinzu. Prüfen Sie beim Alkoven den Überbau und beim Vollintegrierten die Einfassung der Frontscheibe besonders sorgfältig auf Feuchtigkeit. Wie Sie messen, erklärt der Beitrag Feuchtigkeit im Wohnmobil erkennen. Für alle Bauarten gilt die Checkliste für die Besichtigung.

Aktuelle Angebote aller Bauarten finden Sie unter Camper kaufen, zum Beispiel Kastenwagen oder Teilintegrierte. Wenn Sie sich schon entschieden haben, beschreiben Sie Ihren Wunsch in einem Gesuch.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen teilintegriert und vollintegriert?

Beim Teilintegrierten bleibt das Serienfahrerhaus des Basisfahrzeugs erhalten, dahinter sitzt der Wohnaufbau. Beim Vollintegrierten ist das Fahrerhaus Teil des Aufbaus, mit eigener Front und großer Windschutzscheibe.

Welche Bauart kann ich mit dem Führerschein Klasse B fahren?

Jede, solange die zulässige Gesamtmasse 3.500 kg nicht übersteigt. Entscheidend ist der Eintrag in der Zulassungsbescheinigung, nicht die Bauart.

Für wen lohnt sich ein Alkoven?

Vor allem für Familien, weil das Bett im Alkoven dauerhaft aufgebaut bleiben kann. Achten Sie auf genügend Sitzplätze mit Gurt, denn mitfahren dürfen nur so viele Personen, wie es solche Plätze gibt, und prüfen Sie den Alkovenbereich auf Feuchtigkeit.

Gilt ein ausgebauter Kleinbus als Wohnmobil?

Nur wenn ein Tisch vorhanden ist, Sitz- und Schlafgelegenheiten, Kochgelegenheit und Stauraum fest eingebaut sind und das Fahrzeug so zugelassen ist (StVZO Anlage XXIX Nr. 5.1).

Fazit

Die Bauart entscheidet über Raumgefühl, Schlafplätze und Alltagstauglichkeit, nicht über Führerschein und Prüffristen: Die hängen an der zulässigen Gesamtmasse. Kastenwagen und Campingbusse passen zu Paaren, die kompakt reisen wollen; Teilintegrierte sind der Mittelweg mit mehr Wohnraum; Vollintegrierte bieten den offensten Innenraum; Alkoven bieten mit dem festen Zusatzbett Vorteile für Familien. Legen Sie zuerst Personenzahl, Führerschein und gewünschte Fahrzeuggröße fest, testen Sie den Grundriss am besten bei einer Miete und vergleichen Sie Preise nur innerhalb derselben Bauart.

Quellen

  1. Der Fahrzeugbestand am 1. Januar 2026 (Pressemitteilung Nr. 09/2026), Kraftfahrt-Bundesamt, https://www.kba.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Fahrzeugbestand/2026/pm09_fz_bestand_pm_komplett.html, abgerufen am 28.09.2026
  2. Über 94.000 Neuzulassungen: Deutsche Caravaning-Industrie zieht positive Jahresbilanz, Caravaning Industrie Verband (CIVD), https://www.civd.de/news/01-2026-jahresbilanz/, abgerufen am 28.09.2026
  3. StVZO Anlage XXIX – EG-Fahrzeugklassen (Nr. 5.1 Wohnmobil), Bundesministerium der Justiz, https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/anlage_xxix.html, abgerufen am 28.09.2026
  4. § 6 FeV – Einteilung der Fahrerlaubnisklassen, Bundesministerium der Justiz, https://www.gesetze-im-internet.de/fev_2010/__6.html, abgerufen am 28.09.2026
  5. Drucksache 365/26: Verordnung zur Modernisierung der Fahrschulausbildung (Entwurf vom 10.06.2026), Bundesrat (Textfassung im Spiegel BundestagDigest), https://raw.githubusercontent.com/thunderquack/BundestagDigest/master/drucksache_texts/Verordnung/2026-06-10%20365_26.txt, abgerufen am 28.09.2026
  6. StVZO Anlage VIII – Untersuchung der Fahrzeuge (Fristen der Hauptuntersuchung), Bundesministerium der Justiz, https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/anlage_viii.html, abgerufen am 28.09.2026
  7. § 60 StVZO – Flüssiggasanlagen in Fahrzeugen, Bundesministerium der Justiz, https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__60.html, abgerufen am 28.09.2026
  8. § 21 StVO – Personenbeförderung, Bundesministerium der Justiz, https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__21.html, abgerufen am 28.09.2026

Text: Redaktion campinga, Stand 28.09.2026. Keine Rechtsberatung; Gesetzesangaben ohne Gewähr. Hinweise auf Fehler nehmen wir gern entgegen.

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